Soziale Dienste Burgenland
Hilfe nah am Menschen
BAD TATZMANNSDORF, 27. MAI 2026: Am 31. Mai findet jährlich der Weltnichtrauchertag statt. Der Aktionstag macht weltweit auf die gesundheitlichen Folgen des Rauchens aufmerksam und erinnert daran, wie wichtig ein rauch- und nikotinfreies Umfeld ist – besonders für Kinder und Jugendliche. In Österreich ist Nikotin nach wie vor die häufigste Suchtform: Rund 24 Prozent der Bevölkerung konsumieren täglich Nikotinerzeugnisse. Neben klassischen Zigaretten verbreiten sich zunehmend neue Produkte wie E-Zigaretten, Vapes oder Nikotinbeutel. Diese werden häufig als moderne oder weniger schädliche Alternative dargestellt, sind jedoch nicht harmlos.
Eine frühzeitige Aufklärung ist dabei wichtig. Die Fachstelle Suchtprävention wendet sich mit ihren Angeboten an Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen leben oder arbeiten, um sie als Multiplikator:innen in der Suchtprävention zu schulen. Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland, betont: „Mit unseren Unterrichtsprogrammen und Fortbildungen setzt die Fachstelle Suchtprävention frühzeitig wichtige Impulse. Kinder und Jugendliche dabei zu stärken, gar nicht erst mit dem Rauchen oder dem Konsum von Nikotinprodukten zu beginnen, ist nachhaltiger und wirkungsvoller als eine spätere Entwöhnung.“
Neue Nikotinprodukte oft unterschätzt
Auch sogenannte „tabakfreie“ Produkte enthalten Nikotin und können abhängig machen. Zudem können sie gesundheitsschädliche Stoffe enthalten und den Körper belasten. Besonders Jugendliche sind gefährdet, da Nikotin die Entwicklung des Gehirns beeinflusst und das Risiko einer späteren Abhängigkeit erhöht. „Weniger schädlich“ bedeutet nicht automatisch „gesund“.
Verena Fischbach von der Fachstelle Suchtprävention der Sozialen Dienste Burgenland (SDB) erklärt: „Viele neue Nikotinprodukte wirken auf Jugendliche harmlos oder modern. Gerade deshalb ist es wichtig, frühzeitig über Risiken, Abhängigkeit und gesundheitliche Folgen aufzuklären.“
Kinder besonders durch Passivrauch gefährdet
Kinder sind durch Passivrauchen besonders gefährdet, da sie Rauch unwillkürlich einatmen. Dies kann das Risiko für Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch nicht nur der direkt eingeatmete Rauch ist problematisch: Auch Rückstände von Rauchpartikeln auf Kleidung, Möbeln, Haut oder Haaren können gesundheitsschädlich sein. Man spricht dabei von Third-Hand-Smoke – also den schädlichen Stoffen, die nach dem Rauchen in der Umgebung zurückbleiben. Besonders kritisch ist das bei kleinen Kindern, weil sie engeren Körperkontakt haben, Gegenstände in den Mund nehmen und insgesamt empfindlicher auf Schadstoffe reagieren.
Kurz und knapp – Tipps der Fachstelle Suchtprävention:
Es ist eine Stärke, eigene Gewohnheiten oder eine Abhängigkeit anzusprechen und sich Unterstützung zu holen. Hilfe bieten das Rauchfrei Telefon (0800 810 013) sowie die Rauchstopp-Angebote der Österreichischen Gesundheitskasse.
Weitere Informationen und Unterstützung gibt es auch unter: rauchfrei.at